Bayern & Österreich - Bavaustria

Sightseeing Red Bull Hangar-7, Salzburg (07.05.2024)

Neben dem Fantasiana hatte ich anfangs auch den Grünberg-Flitzer am nahen Traunsee eingeplant. So richtig in die Zeitplanung passen wollte der allerdings nicht. Und nachdem ich herausgefunden hatte, dass die Brandauer-Rodelbahn einzig per Seilbahn für über 20€ (zusätzlich zu den 9,50€ der Rodelbahn selbst) zu erreichen ist, wurde auch dieser Abstecher gestrichen. Auch für Sightseeing in Salzburg blieb leider keine Zeit - mit einer Ausnahme, die ich mir nicht entgehen lassen wollte. Und so ging es vom Fantasiana wieder zurück in die Mozartstadt, wo jedoch weder die Festung Hohensalzburg, noch der Dom und auch nicht Mozarts Geburtshaus unser Ziel war. Stattdessen unterquerten wir von der Autobahn kommend die einzige Runway des Flughafens Salzburg und bogen direkt danach in die nach dem früheren Flughafen-Geschäftsführer benannte Wilhelm-Spazier-Straße ein. Wir nutzten den kostenlosen Parkplatz gegenüber des Terminals quasi direkt am Flughafenzaun.



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Hier auf der Ostseite des Airports kommen nicht nur Luftfahrt-Fans voll auf ihre Kosten.


Zu verdanken ist dies dem leider im Oktober 2022 verstorbenen Red-Bull-Mitgründer Dietrich Mateschitz. Zunächst als Handelsvertreter einer Kaffeemarke und Marketingchef eines Zahnpastaherstellers tätig, hatte der 1982 in Thailand den Energydrink Krating Daeng (roter Stier) entdeckt und sogleich die Lizenzrechte für den Vertrieb außerhalb Asiens erworben. Es folgte die Gründung der Red Bull GmbH, wobei Mateschitz 49% der Anteile hielt - die übrigen Anteile und damit die Mehrheit des Unternehmen gehört der thailändischen Unternehmerfamilie Yoovidhya. Nach einer Abwandlung der Originalrezeptur und der Erstellung eines Marketingkonzepts eroberte der künftige Marktführer bei Energydrinks schließlich im Jahr 1987 den österreichischen Markt. Der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt. Und Didi wurde schnell zum reichsten Österreicher, sodass er sich auch das ein oder andere Hobby leisten konnte - das meist wiederum zum Marketing für Red Bull genutzt wurde.


So traf er 1991 auf den Piloten Siegfried Angerer, der bereits zwei historische Flugzeuge aufgekauft und restauriert hatte und gerade an der dritten Maschine arbeitete. Und was würde besser zum Slogan "verleiht Flügel" passen, als seltene Flugzeuge? Mateschitz sponserte also den besagten dritten Flieger und es entstand eine enge Freundschaft zwischen Didi und Sigi (letzterer verstarb übrigens ebenfalls 2022, nur knapp drei Wochen vor seinem Freund) mit vielen weiteren Projekten, die zunächst in Innsbruck stationiert waren. Und so wurden die an der wachsenden Sammlung mitarbeitenden Piloten und Techniker 1999 schließlich unter dem Dach der Flying Bulls vereint. Eben jenes Dach musste aber erst noch gebaut werden, denn Innsbruck bot nicht mehr genug Platz für die zahlreichen Fluggeräte. Die Wahl fiel auf Salzburg, wo 2001 die Bauarbeiten für den Hangar-7 begannen, der 2003 eröffnet werden konnte. Ein 95 Meter langes und 66 Meter breites Stahlskelett in Form einer Tragfläche, errichtet durch Waagner-Biro (falls es einer Rechtfertigung bedarf, diesen Bericht in einem Freizeitpark-Forum zu platzierenS) und verkleidet mit 1.754 Glasplatten. Also auch für die Freunde der modernen Architektur ein lohnendes Ziel.



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Gleich gegenüber entstand von 2002 bis 2004 der ähnlich konstruierte aber etwas einfacher und kleiner gehaltene Hangar-8.



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Der dient als reiner Wartungshangar für die Flying Bulls und ist nicht öffentlich zugänglich.


Sprich, dort erfolgt die Restaurierung und Instandsetzung der Flotte. Dank der Glasfront waren immerhin zwei (nicht ganz so historische) der darin geparkten Maschinen zu erkennen. Einerseits die OE-LVM, eine wohl erst Anfang 2023 frisch vom französischen Hersteller an die Flying Bulls ausgelieferte Dassault Falcon 8X. Und daneben eine etwas kleinere Cessna 560 Citation Encore+ mit der Registrierung OE-GDM, die wohl seit 2015 bei den Flying Bulls fliegt.



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Aber zurück zum Hangar-7. Zwei eher rangeklatschte Bürotürme dominieren den Eingangsbereich.



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Neben der Verwaltung sind dort auch Bar, Lounge und Restaurant untergebracht.


Das Restaurant Ikarus zeichnet sich dadurch aus, dass jeden Monat ein anderer Starkoch für die Menüs verantwortlich zeichnet. Bei unserem Besuch im Mai war der amtierende Gastkoch Wolfgang Puck. Der Österreicher ist in den USA aktiv und bietet in über 70 Restaurants eine breite Auswahl von gehobenem Fast Food bis zur Gourmet-Küche. Außerdem ist er seit Jahren für das Catering bei den Oscar-Verleihungen verantwortlich. Für unser Abendessen kam das 2-Sterne-Lokal preisbedingt allerdings nicht infrage.


Für den Besuch der Ausstellung im Hangar-7 spielt der Geldbeutel indes keine Rolle, denn der Eintritt ist tatsächlich frei! Geöffnet ist in der Regel von 9 bis 22 Uhr (außer Sonntags, da nur bis 17 Uhr), sodass ein Besuch auch locker im Anschluss an andere Aktivitäten möglich ist. Bei Veranstaltungen im Hangar kann es natürlich zu abweichenden Öffnungszeiten kommen. Außerdem ist zu beachten, dass der Ausstellungsbereich montags und donnerstags für Servus TV bereits um 20 Uhr schließt. Montags wird nämlich Sport & Talk aus dem Hangar-7 übertragen, donnerstags Talk im Hangar-7. Beides jeweils live. Die folgenden Bilder aus dem Inneren stellen übrigens nur eine Momentaufnahme dar, denn die Exponate im Hangar-7 wechseln ständig. Einerseits weil der Platz schlichtweg nicht für alles ausreicht, andererseits weil die verschiedenen Fortbewegungsmittel auch immer wieder bei Flugshows und anderen Veranstaltungen zum Einsatz kommen.



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Gleich nach dem Eingang trafen wir auf einen VW Race Touareg III.


Komisches Flugzeug, sagt ihr? Stimmt, aber neben der Luftfahrt war Didis größte Leidenschaft offensichtlich der Motorsport. Und so sponserte Red Bull (als damals noch rein österreichische Marke) mit Gerhard Berger bereits 1989 erstmals einen Formel-1-Fahrer. 1995 stieg man dann prominent als Titelsponsor des Sauber-Rennstalls ein - interessanterweise mit Ford-finanziertem Cosworth-Motor, da wird sich 2026 also der Kreis schließen. Nachdem man zwischenzeitlich sogar die Mehrheit der Anteile am schweizer Rennstall hielt, wurde das Sponsoring mit Beginn der 2000er-Jahre wieder deutlich reduziert, das Bullen-Logo blieb aber noch bis 2004 auf dem Sauber. Zur Saison 2005 hatte Red Bull dann das erfolglose Jaguar-Team übernommen und zu Red Bull Racing umgeformt. Seither konnten 6 Konstrukteurs- und 7 Fahrertitel in der Formel 1 eingefahren werden und der 8. Fahrertitel ist nach dem letzten Wochenende im Grunde auch nur noch Formsache.


Aber auch in anderen Rennserien war und ist Red Bull natürlich als Sponsor tätig. Beispielsweise im Rally-Sport. 2003 nahm Volkswagen mit fünf VW Tarek erstmals seit 1980 wieder an der Rally Dakar teil, ohne Red Bull. Im Jahr darauf wurde der Race Touareg mit markantem Red-Bull-Branding präsentiert. 2006 folgte die zweite Generation, die 2009 den ersten Sieg eines Fahrzeugs mit Dieseltriebwerk bei der Rally Dakar einfahren konnte. Im Jahr darauf konnte der Erfolg mit einem Dreifachsieg wiederholt werden. Und auch der hier ausgestellte Race Touareg III aus dem Jahr 2011 war mit Nasser Al-Attiyah und Timo Gottschalk wieder siegreich, ehe sich Volkswagen aus Dakar zurückzog, um sich komplett auf den Einstieg in die Rally Weltmeisterschaft WRC im Jahr 2013 zu konzentrieren. Der eingesetzte Polo R WRC war derart dominant, dass er aus dem Stand vier Jahre in Folge den Hersteller- und jeweils mit Sébastien Ogier auch den Fahrertitel einfahren konnte. Danach war es Volkswagen wohl zu langweilig und man stieg nach der Saison 2016 wieder aus der WRC aus. Natürlich prangte in allen vier Jahren auch auf dem VW Polo R WRC das Red-Bull-Logo.



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Andreas Mikkelsen und Anders Jæger belegten mit diesem Fahrzeug im Jahr 2016 jeweils Gesamtrang drei bei Fahrern und Teams.



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2006 kam zu Red Bull Racing sogar noch ein zweites F1-Team hinzu. Toro Rosso, alias AlphaTauri, alias Visa Cash App RB.



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Kommen wir dazwischen nochmal kurz zur Luftfahrt. Hier in Form eines 12-Zylinder-Propellermotors vom Typ Rolls-Royce Merlin.


Dahinter ein Pappaufsteller jener Druckkapsel, in der Felix Baumgartner 2012 medienwirksam im Rahmen des Projekts Red Bull Stratos zu seinem Stratosphärensprung mittels Heliumballon auf fast 40 Kilometer Höhe gebracht wurde, ehe er als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durch- und diverse Weltrekorde brach - die Höhenrekorde verlor er rund zwei Jahre später an den Manager Alan Eustace, der ohne den ganzen Medien-Rummel und ohne Kapsel auf 41 Kilometer aufstieg und absprang. Die echte Baumgartner-Kapsel war bei unserem Besuch nicht zugegen. Rechterhand neben der Toro-Rosso-Vitrine schließt sich der Souvenirshop an.



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Ebenfalls hier am südlichen Ende des Hangars befindet sich die Bühne für die erwähnten Live-Talks von Servus TV.



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Im Hintergrund können dann auch endlich die ersten Flugzeuge bewundert werden.


Die silberne Maschine ist eine Globe GC-1B Swift, welche 1946 in Fort Worth (Texas) produziert wurde. Daneben parkt eine Sukhoi Su-29, die als Trainingsflugzeug für das russische Militär entwickelt wurde. Mit westlichen Bauteilen ausgestattet war das hier ausgestellte Modell für den amerikanischen Markt gedacht. Gebaut wurde es im Jahr 2000.



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Mittelpunkt und absoluter Blickfang im Hangar-7 ist jedoch die Douglas DC-6B mit gelungener Red-Bull-Lackierung.



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Als größte Maschine gaben ihre Länge von rund 32 Metern und die Spannweite von fast 36 Metern die Maße der Hangars 7 und 8 vor.



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Angetrieben von vier Pratt & Whitney R 2800 CB-3 erreicht die Maschine eine Höchstgeschwindigkeit von 550 km/h.


Die heute als OE-LDM registrierte DC-6 war 1958 die vorletzte produzierte dieses Typs und wurde zusammen mit ihrer Schwestermaschine an die jugoslawische Airline Jugoslovenski Aerotransport (JAT, heute Air Serbia) ausgeliefert. Nach einiger Zeit wurden sie der jugoslawischen Air Force übertragen und zu VIP-Fliegern für Staatschef Marschall Josip Broz Tito und andere Regierungsmitglieder umgebaut. 1975 übernahm die Air Force von Sambia die Maschinen, die fortan dem ersten Präsidenten des Landes Kenneth Kaunda als Transportmittel dienten, bis sie in Lusaka abgestellt wurden. 1992 kaufte Pilot und Unternehmer Chris Schutte die beiden abgestellten Maschinen eigentlich als Ersatzteilspender für die beiden DC-6 Cargo-Maschinen seiner frisch gegründeten Namibia Commercial Aviation. Aufgrund des unerwartet guten Zustands und der geringen Flugstunden entschied sich Schutte aber dazu, eine der Maschinen (nämlich die hier im Hangar-7 gezeigte) 1994 zu restaurieren und damit touristische Charterflüge anzubieten. Aufgrund des Erfolgs wurde 1997 auch die zweite Maschine restauriert. Allerdings gab es im Jahr 2000 dann doch finanzielle Schwierigkeiten und eines der Flugzeuge musste verkauft werden, um das andere flugfähig halten zu können. Sigi Angerer schlug sofort zu und nach neuerlicher dreijähriger Restaurierung und Modernisierung ist die DC-6B seit 2004 das Kronjuwel der Flying-Bulls-Flotte. Der in Namibia verbliebenen zweiten Maschine wurde 2010 die Betriebszulassung von der dortigen Luftfahrtbehörde entzogen und NCA-Gründer Schutte verstarb. Die zwischenzeitlich flugunfähige Maschine verfiel auf dem Flughafen Eros, wurde aber wohl von einem Texaner gekauft. Ob der anvisierte Transfer in die USA inzwischen vollzogen wurde, konnte ich leider nicht herausfinden. Im aktuellsten Artikel von 2020 heißt es, dass vier betriebsfähige Motoren über drei Jahre hinweg zusammengesucht worden seien und nur noch montiert werden müssten.



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Den Platz unter der Douglas nutzt man für weitere Fahrzeug-Ausstellungen. Wie dieses Taxi der Checker Motors Company von 1963.



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Oder diese beiden F1-Flitzer von Red Bull Racing.


Vorne der erstmals von Designer-Legende Adrian Newey verantwortete RB3 aus dem Jahr 2007. Immerhin sechsmal konnten Coulthard und Webber damit in die Punkte (damals Platz 8 und besser) fahren, bestes Ergebnis war der dritte Platz von Webber am Nürburgring. Die Zuverlässigkeit ließ allerdings zu wünschen übrig. Nur in vier der 17 Rennen kamen beide Fahrzeuge ins Ziel. Das hier ausgestellte Fahrzeug trägt eine beim Großen Preis von England eingesetzte Sonderlackierung zugunsten der gemeinnützigen Stiftung für Rückenmarksforschung Wings for Life. Wer mindestens 15€ spendete, wurde mit einem Foto auf einem der beiden Autos verewigt. Dahinter ist der zehn Jahre später eingesetzte RB13 zu sehen, den Ricciardo und Verstappen mit zusammen drei Siegen und neun weiteren Podestplatzierungen zu Platz 3 in der Konstrukteurswertung fuhren.



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Der RB8 von 2012 trug in Silverstone erneut die Faces for Charity und fuhr dort mit Webber am Steuer zum Sieg.



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Gegenüber des RB3 parkt der optisch verdächtig ähnliche STR2 des Schwesterteams Toro Rosso.


Obwohl jedes Team in der Formel 1 sein Fahrzeug selbst konstruieren muss, nutzten beide Teams im Grunde identische Fahrzeuge. Möglich machte das ein Schlupfloch mittels eines Tochterunternehmens, das die Konstruktion der Fahrzeuge für beide Teams übernahm. Beschwerden der Konkurrenz wurden damit abgewiesen, dass man zwar eine identische Basis nutze, aber unterschiedliche Entwicklungsprogramme habe und zudem auch verschiedene Motoren verwende. 2010 wurde dieses Vorgehen schließlich verboten. Der STR2 kam in modifizierter Version auch zu Beginn der Saison 2008 zum Einsatz. Erst ab dem Großen Preis von Monaco übernahm der STR3.



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Mit seiner Julie konnte Sebastian Vettel dann in Monza überraschend seinen ersten Sieg (und den ersten des Teams) einfahren.



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Laut dem Schild sollen sämtliche Teile im Originalzustand von eben jenem Premierensieg sein.



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Von 2006 bis 2011 unterhielt Red Bull auch ein eigenes NASCAR-Team. Diesen Toyota Camry fuhr 2007 Brian Vickers.



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Zwischendurch gibt es im Hangar auch mal wieder Flugzeuge zu sehen. Wie diese Piper PA-18-150 Super Cub von 1989.


Daneben steht mit dem Sauber C14 aus dem Jahr 1995 quasi der Ursprung von Red Bull Racing. Wie oben erwähnt stieg Red Bull damals als Hauptsponsor des schweizer Rennstalls in die Formel 1 ein. Pilotiert wurde der Wagen vom Österreicher Karl Wendlinger, der nach einem schweren Crash im Training zum GP von Monaco im Vorjahr samt mehrwöchigem Koma ins Cockpit zurückkehrte. Wegen mangelnder Leistung wurde er nach vier Rennen durch Jean-Christophe Boullion ersetzt, durfte für die letzten beiden Saisonrennen aber nochmals ans Steuer des C14. Hinter der Piper lugt außerdem noch die Nase eines Sauber C17 hervor. Mit dem waren in der Saison 1998 Jean Alesi und Johnny Herbert unterwegs.



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Weiter geht es mit einem Eurocopter AS 350 B3+ "Écureuil".


Das Eichhörnchen - so die Übersetzung des französischen Spitznamens - wurde erstmals 1974 von Aérospatiale präsentiert und war der erste am Fließband gebaute Helikopter. Ein solcher hält mit fast 13.000 Metern den (bisher nicht anerkannten) Höhenrekord für Hubschrauber. Außerdem landete 2005 erstmals ein AS 350 auf dem Gipfel des Mount Everest. Das Modell der Flying Bulls wurde 2009 gebaut und trägt eine Lackierung, welche die Höhenlinien des Steinernen Meers in den Berchtesgadener Alpen darstellt. Anhand der Kennung OE-XTV lässt sich zudem sein Haupteinsatzzweck erkennen. Ausgestattet mit einem modernen Kamerasystem kommt er primär bei Filmaufnahmen für Servus TV zum Einsatz. Zuvor wurde diese Aufgabe meist von zwei Bölkow Bo 105 übernommen. Da diese jedoch die beiden einzigen für Kunstflug zugelassenen Zivilhubschrauber in Europa darstellen, wollte man sie mit der As 350 von solch banalen Tätigkeiten entlasten.



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Gleich daneben vor dem großen Hangartor steht eine Boeing PT-17 Stearman.


Die Harley der Lüfte wurde 1934 für die US Army Air Corps und die US Navy als Schulungsflugzeug entwickelt. Nach der Ausmusterung bei der amerikanischen Luftwaffe wurde das 1943 gefertigte Modell der Flying Bulls wie viele Stearmans als Sprühflugzeug in der Landwirtschaft eingesetzt. Heute ist der Doppeldecker ein beliebter Hingucker bei Flugshows.



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Ebenso wie die gleich sechs Alpha Jets, die zur Flotte der Flying Bulls gehören.


Der leichte Jagdbomber entstand Anfang der 1970er-Jahre aus einer Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich, die Ausschreibung für den Jet konnte das Konsortium Dassault/ Dornier für sich entscheiden. Die Luftwaffe setzte ihn ab 1979 für die Luftnahunterstützung ein, in Frankreich diente der Alpha Jet als Schulungsflugzeug. Die 175 Maschinen für Deutschland wurden allesamt bei Dornier gebaut. Ab 1993 musterte die Luftwaffe ihre Alpha Jets aus und parkte sie in Fürstenfeldbruck. Die Flying Bulls konnten im Jahr 2000 zwei der demilitarisierten Maschinen bei einer Auktion erwerben, die jedoch ausschließlich zu Ausstellungszwecken und als Ersatzteillager dienen konnten. Im Jahr darauf wurden über Fairchild Dornier zwei weitere demilitarisierte Alpha Jets aufgekauft und als erste Maschinen ihrer Art für die Zivilluftfahrt zugelassen. 2003 folgten Alpha Jet Nummer 5 und 6, wiederum demilitarisiert und flugfähig. Insgesamt besitzen die Flying Bulls also sechs Alpha Jets, von denen vier bei Flugshows zum Einsatz kommen und zwei lediglich ausgestellt werden. Plus eine im Oktober 2003 bei einem Trainingsflug nahe Brannenburg abgestürzte Maschine, die wohl schon den Flying Bulls gehörte, sich aber noch im Zulassungsprozess befand. Vor dem Alpha Jet steht ein erstmals seit 2008 siegloser RB11 aus dem Jahr 2015. Neben Ricciardo saß Daniil Kwjat am Steuer, nachdem Vettel zu Ferrari gewechselt war.



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Ob der Simulator aus einem der beiden Ausstellungs-Alpha-Jets oder noch einem weiteren gebaut wurde, kann ich leider nicht sagen.



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2012 und 2013 waren Höckernasen in Mode.S So auch beim RB9. Mit Hungry Heidi fuhr Vettel seinen vierten und letzten Titel ein.



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Falls es jemand noch nicht wusste: Honda baut auch Flugzeuge.


Also genau genommen produziert die 2006 in Greensboro gegründete Honda Aircraft Company bislang exakt ein Flugzeugmuster, nämlich den HondaJet HA-420 (hier in der leicht verbesserten Version Elite), der nach diversen Verschiebungen seit 2016 ausgeliefert wird. Ein zweites, etwas größeres Muster befindet sich in Entwicklung und soll 2028 die Zulassung erhalten. Auffälligstes Merkmal des HondaJets ist die Anordnung der (von einem Joint Venture zwischen Honda und General Electric entwickelten) Triebwerke. Dabei hat man sich wohl von der VFW-Fokker 614 inspirieren lassen, wo diese ebenfalls oberhalb an den Tragflächen montiert waren. Beim HondaJet sollte damit die Auslegung als Tiefdecker ermöglicht werden, ohne Lärm und Vibrationen in die Kabine zu übertragen, wie bei am Rumpf befestigten Triebwerken. Die hier gezeigte Maschine wurde 2020 an die Flying Bulls ausgeliefert und trägt noch die AlphaTauri-Lackierung. In jenem Jahr erfolgte nämlich auch die Umbenennung der Scuderia Toro Rosso zu AlphaTauri (passenderweise mit Honda-Antrieb), um die gleichnamige Premium-Modemarke des Konzerns zu bewerben. Wohl eher erfolglos, sodass man in diesem Jahr als Visa Cash App RB an den Start geht - für 2025 fällt dann offenbar der Namenssponsor weg und RB wird zu Racing Bulls ausgeschrieben. Kurz nachdem der HondaJet ausgeliefert worden war, gab Honda übrigens den Rücktritt als Motorenlieferant aus der Formel 1 zum Ende der Saison 2021 bekannt. Red Bull entschied sich daraufhin, eine eigene Motorenfabrik aufzuziehen. Mit Ford als Partner wird der eigene Motor jedoch erst zum neuen Reglement 2026 an den Start gehen. Bis dahin kommen die Motoren weiterhin aus Japan, sie heißen nur anders. Dass Honda inzwischen vom Rücktritt zurückgetreten ist, und 2026 auch offiziell wieder als Motorenhersteller mitmachen will, ändert daran nichts. Die Japaner müssen sich dann mit Aston Martin begnügen.



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Nochmal kurz zurück zur Rallye Dakar. Toby Price konnte diese 2019 mit der KTM 450 Rally in der Kategorie Motorrad gewinnen.



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Dahinter ist der Beginn einer Rampe zu sehen, die zu einer Galerie und zwei Bars führt.


Nämlich einerseits die Mayday Bar mit Terrasse direkt über dem Eingangsbereich. Und dann über die weiterführende, scheinbar schwebende Rampe zur Threesixty Bar ganz oben unter dem Dach des Hangars. Dort hatte sich im Zuge der Tragwerksplanung ein kritischer Bereich herausgestellt, dem mit einem Aussteifungsring zur konstruktiven Stabilisierung entgegengewirkt wurde. Dort wurde dann kurzerhand ein Glasboden eingezogen und eine Rampe angelegt, sodass eine exklusive Bar mit Rundumblick in den Hangar entstand. Maximal 20 Besucher dürfen sich gleichzeitig dort oben aufhalten. Da allerdings niemand auf der Rampe und der Galerie unterwegs war, trauten wir uns nicht hinauf. Die Threesixty Bar wäre davon abgesehen aber eh noch geschlossen gewesen.



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Der Tankia 2006 des TU Graz Racing Teams gewann im Jahr 2006 die Formula Student Germany.


Schon 1981 wurde von der Society of Automotive Engineers (SAE) in den USA die Formula SAE ins Leben gerufen, bei der internationale Studententeams mit selbst konstruierten und gefertigten Formelrennwagen gegeneinander antreten. 1998 folgte die Formula Student in England und ab den 2000ern kamen diverse weitere Länder hinzu. Die Formula Student Germany wird seit 2006 ausgetragen, in Österreich fährt man seit 2009. Die Studierenden der TU Graz gründeten ihr Team im Jahr 2002 und gingen 2004 erstmals in England an den Start. Schon 2005 konnte der erste Sieg in Italien eingefahren werden, 2018 erreichte man sogar den ersten Platz der Weltrangliste. Der Name des Fahrzeugs geht übrigens auf die beliebte Verwechslung Österreichs (Austria) mit Australien (Australia) im Englischen zurück. Es handelt sich nämlich um ein Akronym: There Are No Kangaroos In Austria.



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Von der Mayday Bar hätte man einen guten Blick auf die beiden Extra 330 LX gehabt.


Die beliebten Sport- und Kunstflugzeuge wurden Ende der 80er-Jahre vom Kunstflugpiloten Walter Extra entwickelt und am Flugplatz Schwarze Heide nahe Kirchhellen (noch ein fragwürdiger Freizeitpark-Bezug, yayS) gefertigt. Über die Jahre entstanden diverse Varianten der Extra 300, wobei die ursprüngliche Version ein zweisitziger Mitteldecker war. Die 330 LX ist dagegen ein Tiefdecker. Ausgeliefert wurden die beiden Extras im Jahr 2013 und zu Beginn kamen sie beim leider 2019 eingestellten Red Bull Air Race zum Einsatz. Heute dienen sie wohl vorwiegend für Medienaufnahmen und Kunstflugeinweisungen, aber natürlich können sie auch bei Flugshows ihr Können unter Beweis stellen.



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Dahinter stehen zwei äußerst exklusive Motorräder.


Namentlich links die MV Agusta F4 1000 CC Edizione Toro Rosso und rechts die KTM 1190 RC8 Red Bull Limited Edition. Von der F4 1000 CC mit 240 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h wurden sowieso schon nur 100 Stück gebaut, davon lediglich zwei in der Edizione Toro Rosso von 2007. Mit der KTM 1190 RC8 R starten KTM und Red Bull seit 2009 in der Superbike-Klasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM), daher wurde 2010 die Red Bull Limited Edition für die Straße im Look des IDM-Bikes präsentiert. Auch davon gibt es nur 100 Stück.



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Und mit der Bristol 171 Sycamore näherte sich unsere Runde langsam dem Ende.


Der Erstflug des ersten komplett in Großbritannien entwickelten und gebauten Hubschraubers fand 1947 statt. Sycamore ist die englische Bezeichnung des Bergahorns. Die hier ausgestellte Maschine wurde 1957 für die Deutsche Bundeswehr gebaut und ist nach eigenen Angaben heute das einzige flugfähige Exemplar weltweit. Nach der Ausmusterung 1969 gelangte die Maschine über Umwege in die Schweiz, wo sich Weingutsbesitzer und Hubschrauberenthusiast Peter Schmidt dem Hubschrauber annahm. Er erwirkte sogar eine Sondergenehmigung der britischen Königin, damit der Heli die Farben der Royal Air Force samt britischen Hoheitszeichen tragen konnte.



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Die Riege der Sauber-Rennwagen parkte vor der Glasfront des Carpe Diem Lounge–Cafés.


Das war aber schon geschlossen, sodass wir die Rennwagen nur von der Seitenlinie bewundern konnten. Ganz hinten mit weißer Nase (weil Credit Suisse als neuer Hauptsponsor hinzukam, während sich Red Bull etwas zurückzog) der Sauber C20, mit dem Kimi Räikkönen 2001 sein Formel-1-Debüt gab. Zusammen mit Nick Heidfeld brachte der C20 das beste Ergebnis der Teamgeschichte (mit Ausnahme der BMW-Jahre 2006-2009) ein, nämlich Platz 4 in der Konstrukteurswertung. Davor mit den weißen Flügeln sehen wir den Sauber C16 von Johnny Herbert aus dem Jahr 1997. Teamkollege war zunächst Nicola Larini, der wegen Unstimmigkeiten im Team nach fünf Rennen den Platz für Gianni Morbidelli räumen musste. Der wiederum brach sich zweimal den Arm, weshalb er bei vier Rennen von Ersatzfahrer Norberto Fontana vertreten wurde. Dritter Sauber im Bunde ist der C19 aus dem Jahr 2000, pilotiert von Pedro Diniz und Mika Salo. Das vordere Fahrzeug fällt dann etwas aus dem Rahmen, es handelt sich nämlich weder um einen Sauber, noch um einen Formel-1-Boliden. Denn Red Bull war von 2002 bis 2005 natürlich auch in der IndyCar Series als Sponsor am Start. Hier ausgestellt die Nummer 52 aus dem ersten Jahr (also 2002) von Red Bull Cheever Racing, die vom Südafrikaner Tomas Scheckter - Sohn des Formel-1-Weltmeisters Jody Scheckter - pilotiert wurde. Teamgründer Eddie Cheever saß am Steuer des zweiten von Dallara gebauten Rennwagens mit Infiniti-Motor.



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Gegen 18 Uhr waren wir nach ziemlich genau einer halben Stunde einmal rum.



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Bei anhaltendem Regen gingen wir einmal an der Zufahrt zum unterirdischen Versorgungsbereich vorbei hinter den Hangar-7.



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Die Outdoor Lounge war logischerweise geschlossen.



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Auf dem Rasen hinter der Flughafen-Glaswand parkt aber noch ein zweiter AlphaJet. Laut Google Earth seit 2012, also wohl einer der flugunfähigen.



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Kunst am Bau gibt es ebenfalls. Auch wenn der Hangar-7 an sich eigentlich Kunst genug ist.


Um 18:05 Uhr ging es dann schon wieder zurück zum Auto. An der Hauptstraße wurde der Tank nochmal mit günstigem, österreichischem Sprit gefüllt, dann machten wir uns auf den Weg gen Norden. Ziel war der Stadtrand von Erding, nordöstlich von München in der Nähe des Flughafens der Landeshauptstadt (der sich tatsächlich im Erdinger Moos befindet). Hier war 2008 ein erstes Feld des West Erding Parks eröffnet worden. Ein riesiger Parkplatz mit diversen Einkaufsmöglichkeiten rundherum - also wenn man nicht nach 20 Uhr ankommt, dann ist wie überall in Bayern nämlich schon alles zu.S Inzwischen wurden die Felder nördlich der Hauptstraße komplett bebaut und der West Erding Park breitet sich südlich weiter aus. Dort wurden schon die nächsten Felder mit neuen Straßen eingefasst und es wird kräftig gebaut.



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Unser Ziel war aber das 2014 eröffnete Ibis Budget München Airport Erding, wo wir zwei Nächte für 165€ verbringen sollten.


Angekommen waren wir gegen 20:45 Uhr. Die Läden waren somit wie erwähnt bereits zu. Auf der Suche nach einem Abendessen kehrte mko1994 bei Subway ein. Für mich fand sich allerdings nichts Brauchbares, sodass ich mich an diesem Abend auf meinen mitgebrachten Süßkram beschränkte. So richtig hungrig war ich aber eh nicht.



Fazit: Wenn man als Motorsport- und Luftfahrtfan eh gerade in der Nähe ist, lohnt sich ein Abstecher zum Hangar-7 definitiv. Selbst wenn man kein Freund der Brausemarke ist. Schließlich sind Eintritt und Parken frei und das ein oder andere Fahrzeug hat eine durchaus bewegte Geschichte. Hier und da war die Platzierung der Infoschilder etwas unglücklich, da man nicht immer direkt erkannte, welches wozu gehört. Aber das ist sicher auch der eher dynamischen Platzierung der Exponate geschuldet. Ebenso wie das Fehlen der beiden anderen "großen" Flying Bulls. Die North American B-25J Mitchell von 1945 und die Lockheed P-38 Lightning von 1944 waren bei unserem Besuch leider nicht zugegen. Auch ärgere ich mich etwas, dass wir nicht einfach die Rampe rauf sind. Wären wir noch etwas länger geblieben, hätte vielleicht auch die Threesixty Bar oben geöffnet. Aber auch so gab es mehr als genug zu sehen. Highlight für mich war neben der DC-6B natürlich Vettels Sieger-STR3 aus Monza.



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